Im August sind die Verbraucherpreise in den USA stärker gestiegen als von Analysten erwartet. Der CPI legte gegenüber dem Vormonat um +0,4 % zu, während nur ein Plus von +0,3 % prognostiziert worden war. Auf Jahressicht beschleunigte sich die Teuerung auf +2,9 %.

Quelle: investing.com
Besonders ins Gewicht fielen die Lebensmittelpreise, die um stolze +0,5 % anzogen. Auch Energie wurde teurer, vor allem durch einen fast zweiprozentigen Anstieg bei Benzin. Bereinigt um Nahrungsmittel und Energie – also die Kerninflation – ergab sich ein Plus von +0,3 % gegenüber Juli und von +3,1 % im Vergleich zum Vorjahr.
Im Detail stiegen die Preise für Flugtickets mit fast sechs Prozent besonders stark- Transportdienstleistungen im Allgemeinen +1,0 %. Auch Gebrauchtwagen (+1,0 %), Neuwagen (+0,3 %) sowie Bekleidung (+ 0,5 %) legten zu. Rückgänge waren hingegen bei medizinischen Leistungen, Freizeit und Kommunikation zu beobachten. Interessant ist besonders der nur leichte Preisanstieg bezüglich der Stromkosten (+ 0,2 %), dessen Effekte besonders auf mittel- bis langfristiger Sicht schwer ins Gewicht fallen könnten- Stichwort KI-Rechenzentren.

Quelle: bls.gov
Aktuelle Situation
Trotz dieser Entwicklungen sehen Ökonomen keinen breiten Inflationsschub über alle Konsumsegmente hinweg. Vielmehr scheinen die Dienstleistungen, insbesondere im Verkehrssektor und bei Wohnkosten, die Haupttreiber gewesen zu sein. Importabhängige Güter wie Möbel, Haushaltsgeräte oder Unterhaltungselektronik zeigten ein gemischtes Bild ohne klare Beschleunigung.
Der sogenannte SuperCore-CPI, der besonders schwankungsanfällige Komponenten ausschließt, verlangsamte sich sogar leicht auf 3,5 % im Jahresvergleich. Damit deuten die Daten darauf hin, dass die Kernrate des PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank, im August auf etwa drei Prozent steigen dürfte.
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg auf 263.000, womit die Prognose von 235.000 deutlich übertroffen wurde. Dafür stagnierten die Folgeanträge bei 1,939 Millionen. Der Arbeitsmarkt kühlt deutlich ab, während die Inflation zwar keine große Aufwärtsdynamik zeigt, jedoch keinesfalls die richtige Richtung einschlägt. Die 2 % sind noch in weiter Ferne. Genau aus diesem Grund denken wir, dass eine 25-Basispunkte-Zinssenkung am nächsten Mittwoch am wahrscheinlichsten ist.
Die EZB hat den Leitzins unverändert bei einer Einlagenfazilität von 2 Prozent belassen. Die Inflationserwartungen haben sich im Vergleich zum Juni nicht verändert.
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