US-Inflation bleibt hinter Erwartungen zurück – Märkte jubeln, Trump teilt aus

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Der Verbraucherpreisindex stieg gegenüber dem Vormonat um +0,2 %, was den Erwartungen entsprach. Auf Jahresbasis lag der Anstieg bei +2,7 % und damit leicht unter den Prognosen (+2,8 %). Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel erhöhte sich um +0,3 % zum Vormonat und +3,1 % im Jahresvergleich – Letzteres der höchste Wert seit Februar. Auffällig ist, dass die größten Preistreiber – etwa Flugtickets, medizinische Dienstleistungen, Zahnarztkosten, Autoversicherungen und Mieten – kaum Bezug zu den Zöllen haben.

Quelle: investing.com

Zollrelevante Warengruppen wie Neuwagen, Kleidung oder Spielwaren zeigten hingegen nur minimale Veränderungen. Für die US-Notenbank sei dies ein positives Signal und an den Märkten stiegen die Erwartungen auf baldige Zinssenkungen. Die Wahrscheinlichkeit einer 25-Basispunkte-Zinssenkung im September steigt auf 94,1 % und ist somit so gut wie sicher.

Quelle: cmegroup.com

Nichts desto trotz zeigt eine andere Grafik von Bloomberg starke Anstiege bei den Preisen für vereinzelte Konsumgüter. Beispielsweise hat sich Kaffee, Rinds- und Kalbfleisch sowie frisches Gemüse stark verteuert- alles Konsumgüter die im großen Volumen verzehrt und die breite Masse der Bevölkerung betreffen.

Quelle: @Macromadness2 / X

Trump schießt gegen Goldman-CEO

US-Präsident Trump wies erneut Vorwürfe zurück, seine Zollpolitik habe die Inflation in den USA angeheizt. In einer scharf formulierten Stellungnahme betonte er, die Zölle hätten enorme Einnahmen für den Staatshaushalt generiert, ohne Verbraucherpreise merklich zu belasten. Vielmehr würden ausländische Unternehmen und Regierungen den Großteil der Kosten tragen. Gleichzeitig griff er den Chef von Goldman Sachs, David Solomon, frontal an und warf der Bank vor, falsche Prognosen zu den wirtschaftlichen Folgen der Zölle abgegeben zu haben. Er solle lieber sich lieber darauf fokussieren, „ein DJ zu sein und keine Mühe in das Leiten einer großen Finanzinstitution stecken“.

Quelle: @realDonaldTrump / Truth Social

Unternehmen leiden

Diese harten Worte, die Trump gegen Goldman Sachs richtet, obliegen einer nicht allzu lang zurückliegenden Veröffentlichung des Goldman Sachs Global Investment Research- Abteils. In dieser hat Goldman dargestellt, dass im Juni knapp 64 % der Zölle durch US-Unternehmen getragen wurden. Im Oktober könnte sich diese Last jedoch auf bis zu 67 % seitens der Konsumenten verschieben.

Quelle: @MikeZaccardi / X

Auch wenn die von Ökonomen erwarteten starken Inflationsanstiege derzeit noch nicht in den „harten Daten“ sichtbar sind, ist die Belastung für amerikanische Unternehmen durchaus auch in den Zahlen zu sehen. Laut Daten von S&P Global sind nämlich alleine im Juli diesen Jahres 71 große US-Unternehmen insolvent gegangen. Auf das gesamte Jahr 2025 gerechnet, belaufen sich die Insolvenzfälle großer amerikanischer Unternehmen bereits jetzt auf 446- der höchste Wert seit 15 Jahren.

Quelle: @KobeissiLetter / X

Reaktion der Märkte

Die Skepsis ist und bleibt groß- und dennoch behält Trump bisher (zumindest bezüglich der offiziell gemeldeten Inflationsdaten) Recht. Die Märkte jubeln: In den USA kann sowohl der Leitindex S&P 500, als auch der Nasdaq ein neues Allzeithoch verbuchen. Der DowJones steigt um über ein Prozent auf 44.420,16 USD, während der VIX um über acht Prozentpunkte sinkt. In Deutschland schreibt der DAX zum Wochenauftakt das zweite Mal in Folge ein Tagesverlust- aktueller Kurs 24.050,12 EUR.

Quelle: investing.com

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Foto von Tima Miroshnichenko- Pexels.com

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