Die jüngsten US-Luftangriffe auf iranische Atomanlagen haben das Atomprogramm der Islamischen Republik nach Einschätzung von US-Geheimdiensten offenbar nicht entscheidend beschädigt. Laut einer ersten Bewertung des Pentagons, die dem US-Sender CBS vorliegt, wurde das Programm „lediglich um wenige Monate zurückgeworfen“. Die unterirdisch gelagerten Zentrifugen blieben demnach weitgehend intakt – zerstört wurden vor allem oberirdische Strukturen.

Quelle: @CBSNews / X
Zwar wurden die Eingänge zu den Anlagen in Fordo und Natanz durch sogenannte „Bunkerbrecher-Bomben“ versiegelt und Teile der Infrastruktur beschädigt. Doch die Hauptbereiche der Anlagen, die tief unter der Erde liegen, seien dem Bombardement weitgehend entgangen. Ein Teil des angereicherten Urans sei zudem offenbar vor dem Angriff aus den Anlagen entfernt worden, so die Quellen weiter.
Präsident Donald Trump hält dennoch an seiner Darstellung fest, die Angriffe hätten Irans Nuklearfähigkeit „komplett zerstört“. Medienberichte, die das Gegenteil behaupten, seien ein Versuch, einen der „erfolgreichsten Militärschläge der Geschichte“ herabzuwürdigen, so Trump.

Quelle: @realDonaldTrump / X
Befand sich das Uran überhaupt in den Atomanlagen?
Satellitenbilder des Fordow-Komplexes zeigen zwar mehrere große Einschlagkrater und eine breite Staub- und Ascheschicht über dem Gelände – über das Ausmaß der Zerstörung im Untergrund lässt sich daraus jedoch kaum etwas ableiten.
Fabian Hoffmann, ein Atomwaffen-Experte, stellte in der Talkshow von Markus Lanz (24.06.2025) eine ebenfalls interessante These auf. Aufgrund der Sensibilität der in den unterirdisch befindlichen Zentrifugen, die Uran 235 von Uran 238 trennen, dürfte der Angriff der USA höchstwahrscheinlich deren Funktionstüchtigkeit außer Kraft gesetzt haben. Aufgrund der Tatsache, dass jedoch keinerlei Radioaktivität gemessen wurde, ist es nicht unwahrscheinlich, dass das Uran schon zuvor abtransportiert wurde und sich überhaupt nicht mehr in Fordow befand.
Zudem erklärte Rafael Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), in einem Interview mit Fox News, dass die IAEO derzeit nicht wisse, wo sich das rund 400 Kilogramm hochangereicherte Uran befinde. Iranische Beamte sprechen davon, dass das Uran aus den Atomanlagen Fordow, Natanz und Isfahan entfernt wurde.

Quelle: @sentdefender / X
Die Frage ist also nach wie vor: Wo ist das Uran?
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Foto von Dan Meyers auf Unsplash


