An der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha ist ein jahrzehntealter Konflikt erneut eskaliert: Am Donnerstag griff die thailändische Luftwaffe mit F-16-Kampfflugzeugen militärische Ziele in Kambodscha an, nachdem kambodschanische Streitkräfte Raketen und Artillerie abgefeuert hatten. Dabei kamen laut Angaben des thailändischen Gesundheitsministeriums mindestens elf Zivilisten ums Leben.

Quelle: @visegrad24 / X
Wer nun denkt, Thailand und Kambodscha seien kleine, auf militärischer Ebene unbedeutende Nationen, täuschen sich: Im globalen Ranking belegt Thailand den 25. Platz und verfügt über nicht zu unterschätzende Feuerkraft. Auch wenn Kambodscha dem thailändischen Militär zahlenmäßig deutlich unterlegen ist, ist die Anzahl an betriebsfähigen Panzern beachtlich. Auch die 896 Artillerieeinheiten fungieren als Stärke der knapp 17 Millionen großen Bevölkerung.

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Hintergründe und reaktionen
Auslöser der Gewalt ist erneut das Grenzgebiet rund um das sogenannte Smaragd-Dreieck, an dem Thailand, Kambodscha und Laos aufeinandertreffen. Dort liegen mehrere historisch bedeutende Tempelanlagen, die beide Seiten für sich beanspruchen. Bereits im Mai war es zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen, als ein kambodschanischer Soldat bei einem Gefecht starb. Nun geben sich beide Länder gegenseitig die Schuld an der Eskalation.

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Thailand wirft den kambodschanischen Truppen vor, gezielt zivile Einrichtungen angegriffen zu haben. Diese sollen auch ein Wohngebiet in der Provinz Surin getroffen haben. Auf kambodschanischer Seite sprach man hingegen von einem bewaffneten Angriff durch Thailand und betonte, man habe nur im Rahmen des Selbstverteidigungsrechts reagiert, um die nationale Souveränität zu schützen. Premierminister Hun Manet forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats und bezeichnete die thailändischen Angriffe als unprovoziert.

Quelle: mfaic.gov.kh
Internationale Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: China, enger Verbündeter Kambodschas, zeigte sich besorgt und rief zur Deeskalation auf. Auch Malaysias Premier Anwar Ibrahim forderte beide Seiten zum Rückzug auf und regte direkte Gespräche an. Malaysia hat derzeit den Vorsitz in der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN inne, der sowohl Thailand als auch Kambodscha angehören. Ob diplomatische Vermittlungsversuche die Lage beruhigen können, bleibt vorerst offen.
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Foto von Mauro Lima auf Unsplash


