Der deutsche Medienkonzern ProSiebenSat.1 sprach sich in einer heutigen Pressemitteilung für eine mögliche Übernahme durch die italienische Holding Media for Europe aus. Nach Einschätzung der Konzernführung sei die Offerte nun finanziell angemessen, nachdem man sie noch im Frühjahr als zu niedrig abgelehnt hatte. Demnach betonen Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens, dass die Anteilseigner das überarbeitete Kaufangebot von MFE annehmen sollen.

Quelle: prosiebensat1.com- Pressemitteilung 06.08.2025
Worum geht es eigentlich?
ProSiebenSat.1 ist schon seit längerer Zeit nicht mehr konkurrenzfähig und unterliegt Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime. Auch wenn der deutsche Medienkonzern mit der Streamingplattform Joyn versucht hat, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen, verlor die Aktie binnen zehn Jahre um knapp 85 Prozent. Sowohl Werbeeinnahmen, als auch Dividendenzahlungen brachen ein, wodurch sich ProSiebenSat.1 nun gezwungen sieht, einen strategischen Partner an seiner Seite zu haben.

Quelle: Trading View
Zwei Angebote
MFE hatte nun sein Angebot vor rund einer Woche deutlich aufgestockt: Für jede ProSiebenSat.1-Aktie sollen 1,3 MFE-Papiere plus 4,48 Euro in bar fließen. Bei einem MFE-Aktienkurs von derzeit 2,714 Euro entspricht dies einem rechnerischen Wert von rund 8,04 Euro je Aktie.

Quelle: investing.com
Damit liegt MFE leicht über dem ursprünglichen Barangebot des tschechischen Finanzinvestors PPF, dieser will seine bisherige Offerte von 7,00 Euro je Anteil jedoch nicht weiter erhöhen. Während die tschechische Variante den Aktionären einen festen Betrag bietet, hängt der Wert des MFE-Angebots auch von der zukünftigen Börsenentwicklung in Italien ab.

Quelle: prosiebensat1.com- Pressemitteilung 06.08.2025
Hinter den Übernahmeplänen steht die Strategie von MFE, ein paneuropäisches Mediennetzwerk zu schaffen. Das Unternehmen ist eng mit der Familie des verstorbenen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi verbunden, dessen Medienreich jahrzehntelang auch politische Zwecke unterstützte. Aus diesem Grund befürchten deutsche sowie italienische Stimmen eine Gefahr für die journalistische Unabhängigkeit. Beide Übernahmeangebote können noch bis zum 13. August angenommen werden.
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