Am Donnerstag schlossen die US-Börsen uneinheitlich. Während der S&P 500 nahezu unverändert blieb, gab der Russell 2000 nach einer zwischenzeitlichen Rally deutlich um rund -1,24 % nach. Auslöser für die Zurückhaltung der Anleger war vor allem ein überraschend starker US-Produzentenpreisindex (PPI) für Juli. Sowohl die Gesamt- als auch die Kernrate stiegen mit +0,9 % im Monatsvergleich deutlich stärker als erwartet (+0,2 %).

Quelle: investing.com
Besonders der Dienstleistungssektor und höhere Handelsmargen trugen zu diesem Anstieg bei, was darauf hindeutet, dass Unternehmen steigende Kosten gut an ihre Kunden weitergeben können. Die Daten schürten Inflationssorgen, führten zu steigenden Anleiherenditen, einem festeren US-Dollar und schwächeren Goldpreisen.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der US-Notenbank um 25 Basispunkte im September sank laut CME FedWatch-Tool hingegen nur leicht von zuvor 94,28 % auf 92,64 %. In Anbetracht der deutlich höheren Konsumentenpreise dürfte die September-Zinssenkung bedeutend kritischer zu sehen sein.

Quelle: cmegroup.com
Bei den Arbeitsmarktdaten gingen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe leicht zurück und lagen unter den Prognosen.

Quelle: investing.com
Die Zahl der fortlaufenden Anträge sank ebenfalls. Experten sehen jedoch Anzeichen, dass sich Entlassungen in den kommenden Monaten häufen könnten.

Quelle: investing.com
Am Ölmarkt schwankten die Preise zunächst, legten aber am US-Nachmittag zu. Hintergrund war neben geopolitischen Faktoren – insbesondere dem bevorstehenden Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin – auch die Aussicht auf mögliche Handelsmaßnahmen gegen Abnehmer russischen Öls.

Quelle: TradingView
Neustes von den Aktienmärkten
In Europa schlossen die Leitindizes überwiegend im Plus, angeführt vom italienischen FTSE MIB und dem spanischen IBEX. Der DAX notiert erneut nahe seines Rekordhochs- aktueller Kurs 24.536 Euro.

Quelle: TradingView
Unternehmensseitig fielen in den USA unter anderem Cisco, Deere, Coherent und Amcor mit enttäuschenden Ergebnissen auf, während Tesla die Einführung seines Robotaxi-Dienstes in New York vorbereitet. Zudem wurde bekannt, dass die US-Regierung über eine Beteiligung an Intel verhandelt, um den Ausbau des Standorts Ohio zu unterstützen. Die Aktie stieg daraufhin um +7,38 % auf 23,86 USD.

Quelle: TradingView
Zölle wirken!
Nach den zuletzt unter den Erwartungen- nichts desto trotz mit Aufwärtstendenz- gemeldeten Konsumentenpreisen sind die Preise für Produzenten mit einer enormen Dynamik nach oben geschossen. Zuletzt sah man die Inflation so heiß im März 2022. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich die Einschätzung von Goldman Sachs bis dato bewahrheitet. Noch tragen die US-amerikanischen Unternehmen die Kosten für die Zölle. Dieser Belastung dürften sich die Unternehmen jedoch nicht ohne Weiteres aussetzen und somit Preisanpassungen veranlassen. Wälzen sich die Kosten der Zölle bald auf die Konsumenten aus?
Oder im unwahrscheinlichen Fall, dass der Großteil der Unternehmen die Kosten nicht an die Konsumenten weitergeben wird: Wie lange wird es dauern bis die Margen und somit der Arbeitsmarkt reagieren wird?

Quelle: @MikeZaccardi / X
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