Der Sportwagenhersteller Porsche verliert seinen Platz im Dax. Wie die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx bekanntgab, wird das Unternehmen künftig im MDax notiert sein. In den Leitindex rücken stattdessen der Anlagenbauer GEA sowie Scout24, der Betreiber des Immobilienportals Immoscout, auf. Für beide Konzerne ist es der erste Aufstieg in die oberste Börsenliga. Neben Porsche muss auch der Laborausrüster Sartorius den Dax verlassen. Die Änderungen treten am 22. September in Kraft.
Porsche war erst im Herbst 2022 an die Börse gegangen – einer der größten IPOs in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Nach einem zwischenzeitlichen Kurs von 120 Euro, steht der deutsche Luxus-Autobauer derzeit bei nur noch 44 Euro- ein Kursverlust von über 60 Prozent.

Quelle: Trading View
Die Titel von GEA und Scout24 profitierten dagegen mit +0,72 % und +2,14 % von der heutigen Nachricht.

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Porsche-Chef Oliver Blume erklärte, der Verlust des Dax-Platzes habe in erster Linie mit dem geringen Streubesitz der Aktie zu tun. Blume betonte zugleich, dass Porsche weiterhin zu den wertvollsten börsennotierten Firmen in Deutschland zähle und man mit der laufenden Neuausrichtung bald wieder bessere Ergebnisse liefern werde. Ziel sei es, so schnell wie möglich in den Leitindex zurückzukehren.

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„Spiegelbild der operativen Lage“
Kritiker wie etwa Christian Röhl verweisen darauf, dass der Verweis auf den geringen Streubesitz unzureichend ist- dieser sei schließlich auch bei der DAX-Aufnahme vor weniger als drei Jahren Umstand gewesen. Nicht etwa „technische“ oder geoökonomische Faktoren seien die Begründung, sondern die realwirtschaftliche Lage der gesamten deutschen Automobilindustrie. Statt marktwirtschaftliche, liberale Reformen und organischen Innovationsdrang versuchte insbesondere der deutsche Staat planwirtschaftlich zu intervenieren und Trends vorzuschreiben. Das schließt natürlich nicht den Umstand aus, dass auch die Betriebe selbst zukunftsuntauglich gewirtschaftet haben.

Quelle: @CWRoehl / X
Der Automobil-Index des DAX notiert derzeit bei knapp 1.900 Punkten. Schaut man sich die Historie ausgehend von dem Jahr 2000 an, so ist festzustellen, dass die derzeitige Bewertung der deutschen „Schlüsselindustrie“ unter dem Niveau von 2015 liegt. In Fakten gesprochen, treten die Autobauer also schon seit knapp einem Jahrzehnt bewertungstechnisch auf einer Stelle.

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