Die US-Chiphersteller Nvidia und AMD haben sich offenbar auf einen ungewöhnlichen Deal mit der Regierung unter Präsident Donald Trump eingelassen: Um spezielle Exportgenehmigungen für den Verkauf bestimmter Hochleistungsprozessoren nach China zu erhalten, sollen beide Unternehmen 15 % ihrer dort erzielten Umsätze an den US-Staat abführen.

Quelle: @Reuters / X
Hintergrund ist, dass diese Chips – etwa Nvidias H20 und AMDs MI308 – unter Exportbeschränkungen fallen, da sie als sicherheitsrelevant gelten und auch militärisch genutzt werden könnten. Während Sicherheitsexperten vor einer Stärkung chinesischer KI-Fähigkeiten warnen, wies Trump die Bedenken zurück und bezeichnete die betroffenen Modelle als „veraltet“. Kritiker in den USA sehen in der Vereinbarung einen gefährlichen Präzedenzfall: Entweder liege ein Sicherheitsrisiko vor, oder eben nicht – eine Zahlung ändere daran nichts. Zudem verweisen Juristen darauf, dass Exportsteuern nach der US-Verfassung unzulässig seien.
Die Kritiker stammen jedoch nicht aus dem Lager der Demokraten- auch der Republikaner Raja Krishnamoorthi betonte gegenüber Bloomberg, dass der Tag ein „sehr, sehr dunkler für die nationale Sicherheit“ sei.
Die Regelung kommt zu einer Zeit erhöhter handelspolitischer Spannungen zwischen Washington und Peking. Zwar hat Trump die Zölle für chinesische Exporte wieder um 90 Tage verschoben. Nichts desto trotz sprechen Beobachter von einem beispiellosen Vorgehen, das zwar den Zugang zum chinesischen Markt sichern könne, jedoch für die betroffenen Hersteller hohe finanzielle Belastungen und strategische Unsicherheiten bedeute.
Märkte bewerten Deal positiv
Interessant ist zu sehen, dass die Aktien der beiden Tech-Konzerne tatsächlich zwischenzeitlich ins Grüne drehten und Nvidia auch nahe des Allzeithochs nicht wirklich sensitiv auf die großen News reagierte. Die Interpretation der Marktteilnehmer ist also- wenn man rationales Verhalten unterstellt-, dass die unternehmensspezifischen Zölle und der damit verbundene Marktzugang positiv ist. Der Deal verschafft den beiden Unternehmen einen klaren Vorteil gegenüber anderen amerikanischen Tech-Konzernen und somit die Möglichkeit weiterer Expansion.

Quelle: @KobeissiLetter / X
Dass dieses Vorgehen der derzeitigen US-Regierung keineswegs ein Liberales, geschweige denn ein Marktwirtschaftliches ist, sollte unumstritten sein. Laut Bloomberg hat die chinesische Regierung nur wenige Stunden nach dem Deal eine Warnung an inländische Firmen ausgesprochen, die betont, dass der Kauf von H20-Chips mit einem erheblichen Spionagerisiko verbunden sei.

Quelle: @KobeissiLetter / X
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Bild von Jacek Abramowicz auf Pixabay


