Die Europäische Zentralbank hat beschlossen, ihre Leitzinsen wie erwartet vorerst nicht zu verändern. Präsidentin Christine Lagarde erklärte auf der heutigen Pressekonferenz in Frankfurt, dass die Inflation aktuell genau dem mittelfristigen Ziel von zwei Prozent entspreche. Die jüngsten Daten bestätigten im Wesentlichen die bisherigen Einschätzungen der Notenbank. Besonders die Löhne wachsen langsamer und der Preisdruck im Inland lässt nach. Trotz globaler Unsicherheiten, etwa durch Handelskonflikte, habe sich die europäische Wirtschaft bislang widerstandsfähig gezeigt.
Wirtschaftlich betrachtet konnte das Eurogebiet im ersten Quartal stärker wachsen als erwartet. Dafür sorgten unter anderem vorgezogene Exporte aufgrund befürchteter Zollerhöhungen sowie eine solide Binnennachfrage.

Quelle: tradingeconomics.com
Der Konsum wird weiterhin von einer robusten Arbeitsmarktlage und höheren realen Einkommen gestützt. Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei 6,3 Prozent – nahe dem Rekordtief seit Einführung des Euro.

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Die Inflation lag im Juni bei exakt zwei Prozent. Während die Energiepreise leicht stiegen, waren sie im Jahresvergleich noch immer rückläufig. Die Teuerung bei Lebensmitteln ging leicht zurück, während sich Dienstleistungen etwas verteuerten. Die Lohnkosten steigen nicht mehr so stark wie in den Vorquartalen, was zusammen mit besserer Produktivität zu geringeren Arbeitskosten pro Einheit führt. Auch die Erwartungen von Konsumenten, Unternehmen und Analysten deuten auf eine stabile Inflationsrate in den kommenden Monaten hin.

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Auf der finanziellen Seite bleiben die Kreditkosten für Unternehmen und Haushalte relativ stabil. Die Nachfrage nach Krediten, insbesondere Hypotheken, hat zuletzt wieder zugenommen, auch wenn Banken ihre Vergaberichtlinien leicht verschärft haben. Die Zinsen für Unternehmenskredite und Anleihen sind leicht gefallen, was die Finanzierung erleichtert.

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Euro steigt
Der Euro steigt infolge der Leitzinsentscheidung breitflächig an. Gegenüber dem Dollar legt der Euro um +0,08 % auf 1,178 USD zu, während der EXY bei 117,78 USD notiert. Die genauen Gefahren, die derzeit von der Währungsstärke ausgehen, haben wir in einem anderen Artikel beschrieben.

Quelle: TradingView
Auch wenn derzeit 15-prozentige Zölle auf europäische Waren und Dienstleistungen im Gespräch sind, dürfte der weiterhin starke Euro zum zusätzlichen Problem für die europäische Exportwirtschaft werden.

Quelle: @FT / X
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