Nachdem erst letzten Freitag die US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten überraschten, kam es auch am gestrigen Dienstag zu ökonomischen Sorgen bezüglich der Zollpolitik Donald Trumps. Denn der viel beachtete ISM Services PMI fiel leicht auf 50,1, was nahe an einem Einjahrestief liegt.
Viel tragender war hier jedoch die Beobachtung, dass der Beschäftigungsindex auf 46,4 und sank, während die Preise für Materialien und Dienstleistungen mit 69,9 gleichzeitig den höchsten Stand seit Oktober 2022 erreichten. Diese divergente Bewegung zwischen Arbeitsmarkt und zunächst noch „weichen“ Inflationsdaten definiert einen Zustand, der in der Ökonomie als Stagflation beschrieben wird.

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Schaut man auf den zugleich veröffentlichten S&P Global Services PMI, zeigen die US-Dienstleistungsumfragen jedoch ein widersprüchliches Bild: Dieser stieg nämlich auf 55,7 Punkte und damit den höchsten Wert seit Dezember 2024. Beide Umfragen signalisierten allerdings eine Schwäche am Arbeitsmarkt und deutlich steigende Kosten.
Laut S&P-Chefökonom Chris Williamson deutet die Stärke im Dienstleistungssektor darauf hin, dass die US-Wirtschaft zum Beginn des dritten Quartals wieder Fahrt aufnimmt. Nach einem durchschnittlichen Wachstum von rund 1,25 % in der ersten Jahreshälfte könnte die Dynamik auf etwa 2,5 % steigen. Besonders trugen Technologie- und Finanzdienstleister zur Expansion bei, während schwächere Service-Exporte und zurückhaltende Konsumausgaben dämpfend wirkten.

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Insgesamt zeichnet sich also ein gemischtes Bild ab: kurzfristig robustes Wachstum, aber eine trübe mittelfristige Perspektive für die US-Konjunktur.
Auch wenn die Daten eine Zinssenkung im September wahrscheinlich machen, äußerte sich Fed-Gouverneur Kashkari zögerlich: „Sollten die Inflationsanstiege auf Zölle zurückzuführen sein, könnte die Fed weiterhin pausieren oder sogar den Leitzins erhöhen.“

Quelle: @DeItaone / X
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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay


