Der US-Immobilienmarkt erlebt derzeit eine deutliche Verschiebung: Zum ersten Mal seit über zehn Jahren übersteigt die Zahl der Hausverkäufer die der Kaufinteressenten deutlich. Laut aktuellen Zahlen stehen landesweit etwa 1,92 Millionen Verkäufer nur rund 1,41 Millionen Käufern gegenüber – ein Unterschied von über einer halben Million.

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Besonders stark zeigt sich dieser Trend in den südlichen US-Bundesstaaten wie Texas und Florida, wo Käufer inzwischen deutlich bessere Verhandlungsmöglichkeiten haben.

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Hauptursachen für diese Entwicklung sind die anhaltend hohen Finanzierungskosten, wirtschaftliche Unsicherheit und eine generelle Krise der Immobilienerschwinglichkeit. Während in vielen Metropolen des Sun Belt das Angebot wächst, bleibt es in Teilen des Nordostens und Mittleren Westens – etwa in Städten wie Chicago, Hartford und Boston – weiterhin knapp.
Zinssenkungen in Aussicht- ABER…
Obwohl die US-Notenbank bislang noch keine konkrete Entscheidung über eine Zinssenkung getroffen hat, rechnen Analysten damit, dass erste Schritte in diese Richtung ab September erfolgen könnten. Besonders die drastischen Abwärtsrevisionen bezüglich der Non-Farm-Payrolls könnten Druck auf die Fed ausüben. Sollte die US-Wirtschaft weiter abkühlen, wären bis Ende des Jahres mehrere Zinssenkungen denkbar, was wiederum Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben dürfte. Doch Experten betonen: Günstigere Zinsen allein werden das grundlegende Problem der Immobilienpreise wohl kaum lösen.
Diese These wird besonders durch die aktuelle Entwicklung am Hypothekenzinsmarkt untermauert. Denn trotzdessen sich der 30-jährige Hypothekenzins mit 6,57 % auf einem 10-Monats-Tief befindet, haben sich die Nachfragekonditionen nicht verbessert. Der Spread zwischen Hauspreisen und frei zur Verfügung stehendem Einkommen ist nach wie vor immens.

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Nach dem Inflationsschock 2021 hat sich das inflationsbereinigte zur Verfügung stehende Einkommen zwar auf ein moderates, mit dem Trend laufendes Niveau erholt- trotzdem sinkt die Sparquote auf etwas über vier Prozent ab. Historisch gesehen lag die Sparquote in den 1990-er Jahren zwischen acht und sechs Prozent, bis CRA (Community Reinvestment Act) und andere Anreize in dem höchst explosiven Subprime-Markt endeten. In den 2010-er Jahren bewegte man sich allmählich wieder in Richtung der 8-Prozent-Marke bis Corona und das globale Inflationsbeben zu nachhaltig geringeren Sparquoten führten.

Quelle: Fred
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