Die US-Gold-Futures haben am Donnerstag ein neues Rekordhoch erreicht, da Anleger angesichts zunehmender globaler Handelskonflikte und fallender Aktienmärkte verstärkt auf das als sicheren Hafen geltende Edelmetall setzten. Hintergrund sind neue Autozölle, die US-Präsident Donald Trump angekündigt hat (25 %-ZOLLHAMMER! AUTOZÖLLE SCHOCKIEREN MÄRKTE- HANDELSKRIEG VERSCHÄRFT SICH – EconomyGlobal). Die Gold-Futures stiegen um +1,1 % auf 3.056,10 US-Dollar pro Unze und erreichten zuvor ein Allzeithoch von 3.065,50 US-Dollar. Der Spotpreis für Gold erreichte ein neues All-Time-High bei 3059.30 US-Dollar.

Gold profitiert traditionell von wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit sowie einem niedrigen Zinsumfeld. Allein in diesem Jahr hat der Goldpreis bereits 16 Mal neue Höchststände erreicht und kletterte am 20. März auf einen Rekordwert von 3.057,21 US-Dollar.
Das treibt derzeit den Gold-Preis
Laut Bob Haberkorn, Chef-Marktstratege bei RJO Futures, dürfte der Goldpreis bald die Marke von 3.100 US-Dollar überschreiten – ausgelöst vor allem durch die Nachfrage sicherheitsorientierter Anleger, die wegen Trumps Zollplänen verunsichert sind. Nach der Ankündigung eines 25-prozentigen Einfuhrzolls auf Autos drohten mehrere Länder, darunter Kanada und Frankreich, mit Gegenmaßnahmen. Dies führte zu deutlichen Kursverlusten bei den Aktien führender Autohersteller und einem Kursminus der globalen Aktienmärkte.


Nachdem sich der Nasdaq zwischenzeitlich 2 Prozentpunkte im Minus befand, verlieh die Veröffentlichung der US-Kerndaten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Freitag etwas Aufwind. Diese fielen mit 2,6 % etwas besser als erwartet aus. Auch das BIP wurde mit 10 Basispunkten weniger erwartet.

Haberkorn betonte schon vor Veröffentlichung, dass besser als erwartete PCE-Daten die Goldrallye weiter antreiben könnten, da sie der Fed mehr Spielraum für Zinssenkungen verschaffen würden. Das galt ebenfalls für die Aktienmärkte, welche sich dann erholten.
Unterdessen hob Goldman Sachs am Mittwoch seine Goldpreisprognose für Ende 2025 von 3.100 auf 3.300 US-Dollar pro Unze an. Begründet wurde dies mit stärker als erwartetem Zufluss in goldbasierte ETFs sowie anhaltender Nachfrage von Zentralbanken. Besonders die Käufe asiatischer Zentralbanken könnten die Nachfrage langfristig ankurbeln, da deren Goldreserven im Vergleich zu Industrieländern noch unterdurchschnittlich sind. China und andere Staaten dürften ihre Goldreserven in den kommenden drei bis sechs Jahren weiter deutlich ausbauen.
In einem Extremszenario solle der Goldpreis in den nächsten 12 Monaten sogar auf 4.500 USD pro Unze steigen können. Auch die Bank of America setzt das Preisziel für Gold auf 3.500 USD im Falle dessen, dass die Investmentnachfrage um +10 % steigt. Neben der Zentralbanknachfrage sehen deren Analysten zudem regulatorische Impulse in China, die Versicherungen zu größeren Goldinvestitionen bewegen könnten.

Quelle: @riteshmjn / X

Quelle: GS
Auch andere Edelmetalle bewegten sich: Silber stieg um +0,6 % auf 33,90 US-Dollar je Unze, Platin fiel um -0,5 % auf 970,25 US-Dollar und Palladium legte um +0,4 % auf 972,42 US-Dollar zu.
Sowohl physisches Silber, als auch physisches Gold erreichen von Tag zu Tag ein neues Rekordhoch an der Comex.

Quelle: @zerohedge / X
Goldman Sachs- auch kriegsende kein nachhaltiges Risiko für den Goldpreis
Ein möglicher Risikofaktor für den Goldpreis wäre laut GS ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine, da dies kurzfristig zu spekulativen Verkäufen führen könnte. Goldman Sachs erwartet jedoch keine nachhaltigen Auswirkungen. Der Grund liegt darin, dass die geopolitischen Unsicherheiten und das Misstrauen gegenüber westlichen Finanzsystemen – insbesondere nach der Blockierung russischer Zentralbankreserven im Jahr 2022 – die langfristige Nachfrage nach Gold stützen dürften. Auch auf der Angebotsseite rechnen die Analysten nicht mit einer spürbaren Entspannung, selbst wenn Sanktionen aufgehoben würden.
Die Analysten sehen in einem Friedensschluss oder einem plötzlichen Rückgang an den Aktienmärkten potenzielle Kaufgelegenheiten für Gold.
Gold und Silber bald offizielles Zahlungsmittel?
Was im Zuge dessen noch interessant sein dürfte: In mehreren US-Bundesstaaten gewinnt derzeit eine Bewegung an Fahrt, die darauf abzielt, Gold und Silber nicht nur als Wertanlage, sondern auch als offizielles Zahlungsmittel für alltägliche Transaktionen zuzulassen. Ein Vorreiter ist der Bundesstaat Utah, der kürzlich ein Gesetz verabschiedet hat, das die Bezahlung staatlicher Ausgaben in Gold und Silber ermöglicht – das erste sogenannte „Transactional Gold“-Gesetz in den USA.

Quelle: GoldSeabridge / X
Ziel sei es, den Bürgern mehr Wahlfreiheit bei der Aufbewahrung und Verwendung ihres Vermögens zu geben, so der Initiator Ken Ivory.
Hintergrund dieser Entwicklung ist die wachsende Unzufriedenheit vieler Menschen mit dem Wertverlust des US-Dollars, der sich seit seiner Loslösung vom Goldstandard 1971 massiv entwertet hat. Während der Dollar seitdem eine kumulierte Inflation von fast 700 Prozent verzeichnet, ist der Goldpreis im selben Zeitraum von rund 40 US-Dollar auf etwa 3.000 US-Dollar pro Unze gestiegen. Viele Bürger und Politiker sehen Gold deshalb als verlässlicheren Wertspeicher im Vergleich zur „Fiat-Währung“ Dollar, dessen Kaufkraft durch Inflation und hohe Staatsverschuldung zunehmend schwindet.
Nicht nur Utah
Neben Utah arbeiten derzeit mehr als 20 weitere US-Bundesstaaten, darunter Texas, Florida, Missouri und Arizona, an ähnlichen Gesetzesinitiativen. Sie berufen sich dabei auf die US-Verfassung, die es den Bundesstaaten ausdrücklich erlaubt, Gold und Silber als Zahlungsmittel anzuerkennen.
Technologische Fortschritte sollen die Nutzung von Gold im Alltag erleichtern. So ermöglichen Anbieter wie das britische Unternehmen Glint, Goldguthaben über eine Debitkarte flexibel für Zahlungen einzusetzen, ähnlich wie bei herkömmlichen Bankkarten.
Die Befürworter dieser Entwicklung sehen darin keine vollständige Ablösung des Dollars, sondern eine zusätzliche, inflationssichere Alternative. Vor dem Hintergrund globaler Entwicklungen – etwa der Abkehr mancher Länder vom Dollar als Leitwährung – gewinnt die Debatte um „echtes Geld“ in den USA zunehmend an Bedeutung.
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