Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump plant, noch in diesem Jahr die staatlich gestützten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac an die Börse zu bringen. Laut einem hochrangigen Regierungsvertreter könnte der Börsengang beiden Unternehmen zusammen einen Wert von fast 500 Milliarden US-Dollar einbringen. Ob sie dabei einzeln oder gemeinsam an den Markt gehen, ist noch offen.

Quelle: @BloombergTV / X
Fannie Mae und Freddie Mac spielen eine zentrale Rolle am US-Hypothekenmarkt: Sie kaufen Kredite von Banken auf und halten diese entweder selbst oder bündeln sie zu Wertpapieren, die dann verkauft werden. Seit der Immobilienkrise 2008 stehen beide unter staatlicher Zwangsverwaltung. Das Finanzministerium hält Vorzugsaktien und Optionen auf rund 80 Prozent der Stammaktien.
Trump hatte bereits im Mai erklärt, die Unternehmen wieder an private Investoren übergeben zu wollen, gleichzeitig aber eine staatliche Aufsicht beizubehalten. Finanzminister Scott Bessent betonte, eine Freigabe aus der Verwaltung hänge vor allem davon ab, wie sich die Hypothekenzinsen entwickeln. Derzeit sinken diese leicht: Laut Freddie Mac liegt der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken bei 6,63 Prozent, nachdem er in der Vorwoche noch 6,72 Prozent betragen hatte.

Quelle: freddiemac.com
Mögliche Probleme
Abgesehen von Moral Hazard und der impliziten Staatsgarantie, die sicherlich nicht einfach so verschwinden wird, birgt eine mögliche Privatisierung erhebliche Gefahren für die gesamte Finanzwelt. Fannie und Freddie, die als gewinnorientierte Unternehmen mit privaten Anteilseignern agieren, wurden einst vom US-Kongress gegründet, um den nationalen Hypothekenmarkt zu erweitern- und genau das könnte schwierig werden. Denn somit wäre das primäre Ziel nicht mehr gesellschaftlicher Natur, sondern Gewinnorientierter. Dadurch dass die beiden Unternehmen zusammen rund 70 % der US-Hypotheken abdecken, ist das Volumen, das im Worst-Case in Mitleidenschaft gezogen werden kann, enorm.
Sollte es nur zu erhöhten Finanzierungskosten durch höhere Renditeforderungen von Investoren kommen, könnte ein breitflächiger Anstieg- abhängig von einem oder zwei „Playern“- der Hypothekenzinsen folgen. Die Systemrelevanz ist schlichtweg ein großer Faktor, der nicht einfach untergraben werden kann.
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