So sieht der transatlantische Handelsdeal aus

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Die USA und die Europäische Union haben die genauen Bedingungen ihres neuen Handelsabkommens bekanntgegeben. Dieses sieht unter anderem niedrigere Zölle auf Autos aus Europa vor und eröffnet Möglichkeiten für Vergünstigungen bei Stahl und Aluminium. Das Abkommen baut auf einer vor einigen Wochen getroffenen Grundsatzeinigung auf und legt nun konkrete Verpflichtungen fest. Europa dürfte hierbei der große Verlierer sein.

Das steht nun fest

Kernpunkte sind, dass die USA künftig für die meisten EU-Güter, darunter auch Autos, Medikamente, Chips und Holz, einen Zollsatz von 15 % anwenden wollen – deutlich weniger als die zuvor angedrohten 30 %. Für Stahl und Aluminium bleibt der Satz allerdings bei 50 %. BGA-Präsidentin Jandura sagte betonte bereits im Juli, dass diese „faulen Kompromisse“ die Erholung der deutschen Wirtschaft beeinträchtigen und verlangsamen werden. Die EU hat zusätzlich zugesagt, sämtliche Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen und amerikanischen Agrar- und Fischereiprodukten einen bevorzugten Marktzugang zu gewähren.

Quelle: @DeItaone / X

Darüber hinaus planen europäische Unternehmen Investitionen von rund 600 Mrd. US-Dollar in strategische US-Sektoren wie Rüstung, Halbleiter und Hightech-Produktion. Parallel dazu sollen Energieimporte aus den USA – etwa LNG, Öl und Nuklearprodukte – bis 2028 ein Volumen von 750 Mrd. US-Dollar erreichen. Zusätzlich will die EU mindestens 40 Mrd. US-Dollar in amerikanische KI-Chips stecken.

Besonders wichtig für die europäische Automobilindustrie: Die Senkung der US-Zölle auf Autos tritt erst dann in Kraft, wenn die EU offiziell Gesetzesinitiativen zur Senkung ihrer eigenen Zölle vorlegt. Laut US-Regierung könnte dies innerhalb weniger Wochen geschehen – eine Entwicklung, auf die vor allem Deutschland gespannt wartet.

Fazit

Insgesamt handelt es sich um ein Paket, das weder Ungleichgewichte „ausgleicht“, noch Europa respektiert oder in irgend einer Art und Weise ihrer Wirtschaftsleistung entsprechend behandelt. Anstatt externe Absatzkanäle anzustoßen und die europäische Unabhängigkeit langfristig auszubauen, lässt sich Europa auf einen höchst fragwürdigen Handels-„Deal“ ein. Auch wenn die EU in puncto Ukraine und Nato-Verteidigungsbündnis auf die USA angewiesen ist, werden konjunkturelle Erholungen bedeutend erschwert.

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Foto von Antoine Schibler auf Unsplash

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