Fed-Protokolle: Inflationssorgen dominieren, Trump attackiert Gouverneurin Cook

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Die jüngsten Protokolle der FOMC-Sitzung zeigen, dass die Mehrheit der Mitglieder der US-Notenbank derzeit höhere Inflationsrisiken als mögliche Schwächen auf dem Arbeitsmarkt für vorrangig hält. Zwar befinden sich die Zinssätze nach Einschätzung vieler Teilnehmer nicht weit über dem neutralen Niveau und werden nicht als besonders restriktiv angesehen, doch die Sorge über anhaltend steigende Preise steht klar im Vordergrund.

Zölle und Inflation

Die Protokolle thematisieren auch die Effekte der diesjährigen Zollmaßnahmen: Viele Mitglieder gehen davon aus, dass die vollständigen Auswirkungen auf Verbraucherpreise erst mit Verzögerung spürbar werden, unter anderem wegen Vorratsaufbau, langsamer Weitergabe von Kosten an Endkunden, Vertragsanpassungen und laufender Handelsverhandlungen. Es wird betont, dass ausländische Exporteure nur einen geringen bzw. einen „bescheidenen Teil“ der Zölle zahlen. Einige Teilnehmer erwarten, dass Unternehmen die höheren Kosten an Kunden weitergeben, während andere Strategien wie Produktionsanpassungen oder Effizienzsteigerungen nutzen, um Preiserhöhungen abzufedern.

Quelle: federalreserve.gov

Märkte und Stablecoins

Einige Notenbanker warnen davor, dass anhaltende Inflationsdrucke langfristige Erwartungen entankern könnten, auch wenn diese derzeit noch stabil sind. Daneben werden erhöhte Bewertungen von Aktien und Anleihen besonders in den Bilanzen der Banken als potenzielles Risiko für die Finanzstabilität hervorgehoben.

Quelle: federalreserve.gov

Einige Mitglieder betonen den Zusammenhang zwischen Zollauswirkungen und Geldpolitik, während andere auf die weiterhin solide wirtschaftliche Aktivität und die stabile Vermögenssituation der Haushalte hinweisen. Gleichzeitig erwarten mehrere Teilnehmer eine moderate Wachstumsverlangsamung in der zweiten Jahreshälfte, insbesondere durch sinkende Konsumausgaben und geringere Investitionen im Wohnungsbau.

Ein weiteres Thema war die Rolle von Zahlungstablecoins: Die Mitglieder sehen sowohl Chancen für effizientere Zahlungssysteme als auch Risiken für Finanzmärkte und geldpolitische Umsetzung, sodass diese Entwicklungen genau beobachtet werden sollten.

Quelle: federalreserve.gov

Trump fordert Rücktritt von Fed-Mitlgied Cook

Für das Verbleiben der Fed Funds Rate in der derzeitigen Spanne von 4,25-4,5 % stimmte ebenso die Fed-Gouverneurin Lisa D. Cook. Diese wurde nur wenige Stunden zuvor in einem Truth Social- Post von Donald Trump dazu aufgefordert, zurückzutreten. Sie soll Quellen zufolge 2021 zwei Immobilien in unterschiedlichen Bundesstaaten gleichzeitig als Hauptwohnsitz deklariert haben, um günstigere Kredite zu erhalten – ein möglicher Verstoß gegen Kreditregeln.

Quelle: @realDonaldTrump / Truth Social

Trumps politisch Verbündeter William Pulte (FHFA-Direktor) postete im Verlauf des Tages das Papier auf seinem X-Kanal. Trump versucht nun den Skandal zu nutzen, um erneut Druck auf die Notenbank auszuüben: Mit Cooks Abgang könnte er eine eigene Kandidatin durchsetzen, die seine Forderung nach Zinssenkungen unterstützt. Juristisch wäre ein Rücktritt jedoch heikel, da Fed-Gouverneure nur bei schwerem Fehlverhalten abberufen werden können. Cooks bis 2038 laufende Amtszeit macht den Fall zusätzlich brisant.

Quelle: @pulte / X

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Foto von Anastassia Anufrieva auf Unsplash

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