Nächste Drohbriefwelle- 50 % auf Brasilien- Kupferzölle bald Inflationstreiber?

brasilien

Donald Trump hat am Mittwoch erneut eine Serie von Drohbriefen an Handelspartner verschickt und dabei unter anderem Brasilien mit einem Strafzoll von 50 % belegt. Grund für diesen Schritt sei laut Trump der Prozess gegen den ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, den er als „internationale Schande“ bezeichnete. Bolsonaro steht in seiner Heimat wegen seiner Versuche vor Gericht, die Wahlniederlage von 2022 nicht anzuerkennen.

Quelle: @realDonaldTrump / TruthSocial

Insgesamt veröffentlichte Trump acht neue Briefe mit angekündigten Zöllen zwischen 20 % und 50 %, die ab dem 1. August in Kraft treten sollen. Neben Brasilien sollen auch Länder wie die Philippinen, Algerien, Irak, Libyen, Sri Lanka, Brunei und Moldau betroffen sein. Für Algerien, Irak, Libyen und Sri Lanka sind 30 % angesetzt, für Brunei und Moldau 25 %, und für die Philippinen 20 %.

Besonders die Drohung gegenüber Brasilien hat politische und wirtschaftliche Bedeutung, da Bolsonaro als enger Verbündeter Trumps gilt und diesen auch 2020 unterstützt hatte. Brasilien ist zugleich der größte Handelspartner unter den Ländern, die Trump am Mittwoch adressierte. In seinem Brief an den aktuellen Präsidenten Lula da Silva schrieb Trump, dass die Zölle „je nach Beziehung“ noch angepasst werden könnten. Lula hatte zuvor klargestellt, dass Brasilien als souveräner Staat keine Einmischung dulde. Die Zollverhandlungen werden also offenkundig erneut für eine Politisierung genutzt.

Quelle: @realDonaldTrump / TruthSocial

Spencer Hakimian machte darauf aufmerksam, dass es stark nach einer Spekulation vor der Zollverkündung aussehe. Bereits drei Stunden zuvor wurde der US-Dollar in einem großumfänglichen Volumen gekauft, wohingegen der brasilianische Real verkauft worden ist.

Quelle: @SpencerHakimian / X

50 Prozent auf Kupfer- Die Auswirkungen

Die jüngsten Ankündigungen sind Teil einer ganzen Serie von Maßnahmen, die Trump diese Woche vorstellte. Bereits am Montag hatte er 14 ähnliche Briefe veröffentlicht und außerdem neue 50 %-Zölle auf Kupfer angekündigt. Diese 50%-Zölle wurden nun in einem weiteren Truth-Beitrag verdeutlicht und offiziell für den 1. August angekündigt. Man möchte wieder eine „dominante Kupferindustrie“ werden.

Quelle: @realDonaldTrump / TruthSocial

Die Wichtigkeit des Industriemetalls wurde von Donald Trump aufgegriffen- die tatsächliche Faktenlage rund um die Kupferbeschaffung blieb dabei jedoch vernachlässigt. Einen erheblichen Anteil des Kupfers- nämlich über 500 Tausend Tonnen- importieren die Amerikaner aus Chile. Laut ING ist Chile also für über 40 Prozent der US-Importe vernatwortlich.

Quelle: @ReutersCommods / X

Um sich die tatsächliche Stärke der Amerikaner in der Kupferindustrie zu vergegenwärtigen, nutzt ein Blick auf die Daten von ING Research. Jenen zufolge sind die USA für lediglich 5 Prozent der weltweiten Kupferproduktion verantwortlich- seit der letzten Dekade haben die Vereinigten Staaten somit 20 Prozent an Produktionskraft verloren.

Quelle: @ING_Economics / X

Es ist also offensichtlich, dass die Amerikaner ihren Inlandsbedarf keinesfalls mittels eigenes industriellen Angebots decken können. Da sowohl Importzölle, als auch inländischer Nachfrageüberhang zwangsläufig zu Inflation führen und eine Ausweitung des Angebots Jahrzehnte dauern dürfte, sind steigende Preise auf das Vorprodukt vorprogrammiert.

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Foto von Towfiqu barbhuiya auf Unsplash

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