Apple beugt sich Trump: Weitere 100 Milliarden Dollar für US-Industrie

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Apple hat bekannt gegeben, zusätzlich 100 Milliarden US-Dollar in die US-amerikanische Produktion und Forschung zu investieren. Diese Ankündigung erfolgte im Rahmen einer Presseveranstaltung im Weißen Haus gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump. Bereits zuvor hatte Apple zugesagt, 500 Milliarden Dollar in den USA auszugeben – etwa für ein KI-Rechenzentrum in Texas. Die neuen Mittel sollen vor allem in ein eigenes Fertigungsprogramm fließen, mit dem auch andere Unternehmen motiviert werden sollen, wichtige Bauteile in den USA zu produzieren.

Quelle: @WhiteHouse / X

In Kentucky soll künftig das gesamte Glas für iPhones und Apple Watches hergestellt werden. Außerdem ist dort ein gemeinsames Innovationszentrum geplant. Zusätzlich geht Apple eine langfristige Kooperation mit Coherent ein, um dort Laser für die Face ID-Technologie zu fertigen. Insgesamt sollen die Direktinvestitionen in das Werk über 20.000 neue Jobs schaffen und die Belegschaft somit um 50 Prozent erweitern.

Quelle: @DanielCameronKY / X

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Aufbau einer vollständig in den USA ansässigen Chip-Lieferkette: Von der Wafer-Produktion in Texas über Halbleitertechnik von Applied Materials bis zur Fertigung und Verpackung durch Unternehmen wie Amkor oder GlobalFoundries. Auch Samsung ist eingebunden und arbeitet mit Apple an neuen Verfahren zur Chipproduktion im texanischen Austin.

Trump gewinnt, Apple verliert

Hintergrund der Initiative sind unter anderem politische Spannungen: Die Trump-Regierung hatte Apple wiederholt aufgefordert, die iPhone-Produktion in die USA zu verlagern – andernfalls drohten Strafzölle von 25 %.

Während Apple seine IPhone-Produktion wegen der zunächst im Raum stehenden 145-prozentigen Zölle bereits zu großen Teilen von China nach Indien verlegt hat, wird nun auch Indien bestraft. Denn erst diese Woche kündigte Donald Trump an, Indien aufgrund ihrer Ölimport aus Russland mit einem Strafzoll von 50 Prozent zu belasten. Somit wäre auch Indien als sekundärer Produktionsort zunichte gemacht- da Apple nicht noch zusätzliche Zölle in Kauf nehmen wollte, waren sie dazu gezwungen, Trumps Forderungen gerecht zu werden.

Bereits jetzt belasten bestehende Importabgaben das Unternehmen erheblich: Im letzten Quartal belief sich der Zollaufwand auf 800 Millionen Dollar, im laufenden Quartal rechnet Apple mit weiteren 1,1 Milliarden.

Die Apple-Aktie steigt um über zwei Prozent.

Quelle: Trading View

Das große Risiko

Trotz des „Trumpschen Erfolges“ weisen Experten auf die Unrealisierbarkeit der inländischen Produktion hin- etwa durch fehlende Fachkräfte und eine unzureichende Infrastruktur. In Anbetracht der ohnehin schon zugesicherten 500 Milliarden US-Dollar an Investitionen, spricht Goldman Sachs von einer „nicht fundamentalen Veränderung“, die durch den neusten Deal entsteht.

Quelle: @zerohedge / X

Was jedoch ökonomisch logisch und zwangsläufig sein wird, ist, dass Apple-Produkte im Falle einer tatsächlichen Verlagerung der Produktion teurer werden. Die Rede dürfte hierbei aber nicht von einigen wenigen Prozentpunkten sein, sondern von erheblichen Vervielfachungen. Nicht nur höher Lohnstückkosten, fehlendes Real- und Humankapital, sondern auch neue Zollandrohungen bezüglich knapper Ressourcen dürften zu einem massiven Nachfrageüberhang führen. Demnach sieht Trump einen 100-prozentigen Importzoll auf Chips & Halbleitertechnologie vor.

Quelle: @nicksortor / X

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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